Eigentlich hatte ich diesen Blog ja nicht nur
dazu gedacht, Rollenspiel nachzuerzählen. Eigentlich,
ja eigentlich, sollte ein Blog ja vor allem ein Weg
sein, mit dem Lebensweg eines Menschen, für den man
sich interessiert, vertraut zu bleiben. Deshalb will
ich allen interessierten Lesern einen kurzen Abriss
meiner letzten paar Wochen geben:
Mein Studium neigt sich sehr gefährlich dem Ende
zu, und es wird wohl das letzte Semester mit dem
Ausweis werden. Montag habe ich die eine der beiden
Prüfungen über Experimentalphysik, und am 4.8. die
andere über Programmiersprachenübersetzer.
Ich sitze auch schon an der Diplomarbeit, deren Thema
Superauflösung mittels optischer Moleküle sein wird:
Unsere Arbeitsgruppe kann mit geschicktem An- und
Ausschalten sogenannter optisch schaltbarer Moleküle
die theoretisch erreichbare Auflösung von Mikroskopen
um den Faktor 10 übertreffen. Wir können mit
optischem Licht Strukturen sehen, die vorher nur
mit riesigem Aufwand durch Elektronenmikroskopen
betrachtet werden konnten. Meine Rolle dabei ist,
die Berechnung der Bilder zu vereinfachen und vor
allem schneller zu machen – denn für die
"normalen", schon vorselektierten Ausschnitte von
Zellen haben die mit heißer Nadel gestrickten
Matlab-Skripte, die bei Physikern üblich sind,
Stunden gebraucht. Mein Programm braucht eine
Minute.
Gestern haben Katja und ich unser neunmonatiges
Beziehungsjubiläum gefeiert. Ich weiß zwar nicht,
wie das möglich ist, aber ich liebe
sie jeden Tag mehr. Die Zeit fühlt sich noch so
unerwartet nah an, als wir uns näher gekommen
sind – die Zeit, in der ich morgens
aufgewacht bin und erstmal meine Gefühle in
den Griff bekommen musste, als ich meinen ganzen
Mut zusammen nehmen musste, um in ihrer Nähe
nicht durchzudrehen. Ich hoffe ja immer, dass
diese Aufregung nicht weg ist – dass ihre
Liebe mir nur die Kraft gibt, sie in neue Richtungen
zu lenken. Und, so mir das fliegende Spaghettimonster
helfe, unsere Liebe und Beziehung dabei nicht zu
kurz kommen zu lassen.
Zu den schlechteren Nachrichten:
Mein Rechner hat sich verabschiedet, nachdem ich ihm
ein neues Netzteil verpasst hatte. Unddankbares
Mistding. Na ja, dank guten Backups kann ich jetzt
hier wenigstens an einem Knoppix arbeiten, und bis
auf die Qwertz-Tastatur und die komische Desktopum-
gebung fällt es nicht großartig auf.