Pnyxomancer
In 80 Tagen um Europa

16. Juli 2008

Fortschrittsbalken Studium

Abgelegt unter: TagebuchSteve um 13:08

Fa­st ge­scha­fft! Habe me­i­ne Prü­fung vor­ge­s­tern nicht nur über­stan­den, son­dern auch be­stan­den – mit ei­ner glat­ten Eins. Mir fällt ein Stein vom Her­zen. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass der Stein nicht zu groß ge­we­sen sein wird, denn es st­eht am 4. die näch­ste an.

Aber Kat­ja ist eh in der näch­sten Wo­che bei ih­ren El­tern und die Son­ne kommt auch nicht raus. Da kann ich mi­ch ge­na­uso­gut in Ar­beit ver­graben.

10. Juli 2008

Ein Betonklotz in der Nacht

Abgelegt unter: MedienSteve um 22:43

Je­der, der beh­aup­tet, die Uni Bie­le­feld sei häß­lich, der hat noch nicht das Sch­au­spiel beobach­ten dür­fen, wie sich die­se Burg der Wissen­schaft ei­nem Ge­witter in den Weg ste­llt. Hat nicht beobach­ten dür­fen, wie sich die sonst so grau­en Tür­me matt leuch­tend ge­gen den pechschwar­zen Himmel abheben, in und zwi­schen ih­nen die gleißen­den Bän­der der Trep­pen­häu­ser und Gän­ge.

Nur scha­de, dass ich so­was mit ei­nem Fo­to­a­ppa­rat un­möglich ein­fan­gen kann und al­le, die es kön­nten, zu sol­chen Zei­ten nicht da sind.

9. Juli 2008

Loslassen können

Abgelegt unter: TagebuchSteve um 23:52

Ich fin­de in den letzten Wo­chen du­rch mei­ne Prü­fun­gen und Arbeit immer we­ni­ger Zeit, mich in den Fachschafts­ak­ti­vi­tä­ten zu in­vol­vie­ren. Nun, besser ge­sagt, ein­zu­mi­schen – denn ei­gentlich hät­te ich der näch­sten Ge­ne­ra­ti­on schon lan­ge das Feld über­lassen sol­len und wol­len. Aber trotzdem ist es sehr schwer, die gan­ze Sa­che ein­fach los- und lau­fen zu lassen.

In diesen Ta­gen wird mir erst klar, wie falsch ich mit dem Gedan­ken lag, dass man so etwas wie ei­ne Fachschaft an Nach­fol­ger über­geben kön­nte. Über­geben tut man nämlich Häu­ser, Hö­fe oder Schiffe, nicht Fachschaften. Je­de po­li­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on be­ste­ht nur zur Hälfte aus ih­ren messba­ren Ei­gen­schaften wie Me­tho­den, Wissen und Kon­tak­ten; die an­de­re Hälfte sind Zie­le, Träu­me und An­sich­ten, und die müssen not­wen­di­ge­rwei­se ver­schie­den sein.

Sch­a­de nur, dass ich von diesen neu­en An­sich­ten nicht viel hal­ten kann. Die­ser Ta­ge wird viel zu ge­rn mit Ver­mu­tun­gen ge­arbei­tet und im großen Krei­se ge­mau­schelt, statt je­man­den zu fra­gen, wie denn die Din­ge sind. Re­ge­lstu­di­en­zeit wird zum Mantra, und man zie­ht sich selbst aus falsch verstan­de­ner Rück­sicht­nah­me die po­li­ti­schen Zäh­ne.

Ei­gentlich, ei­gentlich ge­hen mich die­se Din­ge ja nun nichts mehr an. Aber es ist trotzdem verdammt schwer, die „Klei­nen” ein­fach so ma­chen zu lassen. Na ja, aber es muss ja sein, und besser früher als spä­ter. He­lfen lässt sich da so­wie­so nie­mand mehr.

8. Juli 2008

De rei scribandi

Abgelegt unter: TagebuchSteve um 22:52

Ei­gent­lich ha­t­te ich die­sen Blog ja nicht nur dazu ge­dacht, Rol­len­spiel na­ch­zuerzäh­len. Ei­gent­lich, ja ei­gent­lich, soll­te ein Blog ja vor al­l­em ein Weg sein, mit dem Le­bensw­eg ei­nes Men­schen, für den man sich in­ter­essiert, ver­traut zu blei­ben. Desha­lb will ich al­len in­ter­essier­ten Le­sern einen ku­r­z­en Abriss me­i­ner letz­ten paar Wo­chen ge­ben:

Mein Studi­um neigt sich sehr ge­fähr­lich dem En­de zu, und es wird wohl das letz­te Se­me­ster mit dem Ausweis wer­den. Mon­tag ha­be ich die ei­ne der bei­den Prü­fun­gen über Ex­pe­rime­n­tal­phy­sik, und am 4.8. die an­de­re über Pro­gram­mi­er­sprachenüber­set­zer.

Ich sit­ze auch schon an der Di­plom­ar­beit, de­ren Th­e­ma Supe­r­auflö­sung mi­t­tels opti­scher Mo­lekü­le sein wird: Un­se­re Ar­beits­gruppe kann mit ge­schick­t­em An- und Aus­scha­l­ten so­ge­na­nn­ter optisch scha­lt­barer Mo­lekü­le die theo­re­tisch er­reich­bare Auflö­sung von Mi­kro­sko­pen um den Fak­tor 10 über­treffen. Wir kön­nen mit opti­sch­em Licht Struk­turen sehen, die vor­her nur mit rie­si­g­em Aufwand durch Elek­t­ro­nen­mi­kro­sko­pen be­trach­tet wer­den konn­ten. Mei­ne Rol­le dabei ist, die Be­rech­nung der Bil­der zu ver­ein­fachen und vor al­l­em schnel­ler zu machen – denn für die "nor­malen", schon vor­se­lek­tier­ten Ausschnit­te von Zel­len ha­ben die mit heißer Nadel ge­strick­ten Mat­lab-Skripte, die bei Phy­si­kern üblich sind, Stun­den ge­braucht. Mein Pro­gramm braucht ei­ne Mi­nute.

Ge­stern ha­ben Kat­ja und ich un­ser neu­n­mo­na­ti­ges Be­zi­ehungsjubilä­um ge­fei­ert. Ich weiß zwar nicht, wie das mög­lich ist, aber ich lie­be sie je­den Tag me­hr. Die Zeit fühlt sich noch so un­er­war­tet nah an, als wir uns nä­her ge­kom­men sind – die Zeit, in der ich mor­gens aufge­wacht bin und er­stmal me­i­ne Ge­füh­le in den Griff be­kom­men mus­s­te, als ich me­i­nen gan­zen Mut zusam­men nehmen mus­s­te, um in ih­rer Nä­he nicht durch­zudr­ehen. Ich hoffe ja im­mer, dass die­se Aufr­egung nicht weg ist – dass ih­re Lie­be mir nur die Kraft gibt, sie in neue Rich­tun­gen zu len­ken. Und, so mir das fli­e­gen­de Spaghet­ti­mon­ster hel­fe, un­se­re Lie­be und Be­zi­ehung dabei nicht zu ku­rz kom­men zu lassen.

Zu den schlech­teren Nach­rich­ten: Mein Rech­ner hat sich ver­abschie­det, na­ch­d­em ich ihm ein neu­es Netz­teil ver­pas­st ha­t­te. Und­dank­bares Mi­stding. Na ja, dank guten Backu­ps kann ich jetzt hier we­nig­stens an ei­n­em Knoppix ar­bei­ten, und bis auf die Qwertz-Ta­statur und die komi­sche Deskto­p­um- ge­bung fällt es nicht großar­tig auf.

27. Juni 2008

Isaac Asimov: Reason

Abgelegt unter: MedienSteve um 17:49

Habe ge­rade in ei­n­em Science-Fic­ti­on-Sam­me­l­band von Dio­ge­nes – ei­n­em im­mer wie­der durch ein­fach gute Bü­cher be­ste­chen­den Ver­lag – Asi­movs Kurz­ge­schich­te Reason ge­le­sen. 30 Sei­ten, die sich wirk­lich loh­nen, insbe­son­de­re, weil Asi­mov sein scha­r­fes Auge nicht (nur) auf Ro­bo­tik rich­tet, son­dern vor al­l­em auf das Ver­hält­nis von Re­li­gi­on und Wissen­scha­ft.

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