Gestern hab ich mir endlich die Zeit genommen, Terminal
zu schauen. Terminal, das ist ein Film über einen
fiktionalen Menschen aus einem fernen Land, der am JFK-Flughafen
in New York City landet und dort feststellen muss, dass sein Heimatland
sich gerade aufgelöst hat und er deshalb ohne gültige Papiere in der
internationalen Zone festsitzt. Der Mann richtet sich im Terminal
häuslich ein, findet Freunde und all das, bis zum Happy End. The works, recht gewöhnliche Hollywood-Kost. Insgesamt ein recht netter Film, aber
nix überragendes.
Gut umgesetzt wurde der Fokus auf eines der großen Probleme unserer
Zeit: Die verselbstständigte Bürokratie. Und in dieser Beziehung
haben die Amis ja, trotz allen "war on
terrorism", noch Glück. Wir haben nicht nur die EU,
ein Amok laufendes Monster von Apparat, deren Kompetenzerweiterung
sich nicht mal vom non der Franzosen bei der sogenannten Verfassung
aufhalten ließ. Nein, wir haben nicht nur dieses Monstrum, das mit
den Entscheidungen von Ministerrunden die Verfassungen seiner
Mitgliedsstaaten aushebeln kann. Nein, wir haben ja auch noch solche
Kollegen wie unsern lieben Herrn Schäuble. Nein, wir haben ja auch
noch Milliardenprojekte wie unsern neuen, tollen Reisepass, auf den
mit einem unglaublichen Aufwand digitale Daten gespielt werden, um
vielleicht den durchschnittlich einen Fall von Passfälschung zu
verhindern, der in Deutschland im Jahr überhaupt auffällt. Andere sind
da auch nicht besser dran: In Großbritannien plant Tony Blair jetzt,
Panzersperren zu errichten, um Flughäfen vor Autobomben zu schützen.
Sowas ist zwar zu heftigsten IRA-Zeiten nicht vorgekommen, aber man
kann ja nie wissen. Und man hat den Bürgern ja eh schon ein paar
Milliarden Pfund abgenommen, dann soll man die auch einsetzen.
Mir macht dieser neue Staat Angst. Dieser Staat, der Stacheldraht
gegen seine Bürger zieht, der Komplettüberwachung des Internets
durchzieht, der um vier Uhr morgens in Hartz-IV-Razzien prüft, wer
wann mit wem geschlafen hat, der Menschen zum Foltern an die USA
übergibt, der seine Geheimdienste zusammenführt und jeder Kontrolle
entzieht, der Angriffskriege in der ganzen Welt führt und Gesetze zur
weit reichenden Überwachung seiner Bürger morgens vorlegt und nach
wenigen Stunden im Gewaltritt durch die Oppositien prügelt.
So einen Staat kann niemand ernsthaft noch Demokratie nennen.
Deutschland ist wieder da, wo es in den 20ern war: Formell eine
Volksherrschaft, real eine Aristokratie, die die Gesellschaft bis zur
Sturmreife kaputtadministriert.