Pnyxomancer
Rechner

2. Oktober 2008

Right tool for the right job

Abgelegt unter: Rechner, DiplomarbeitSteve um 15:13

Heute habe ich es endlich geschafft, einen Debugger für die Windows-Variante meines Diplomarbeitsprogramms zum Laufen zu bekommen. Und natürlich prompt einen Fehler gefunden, den ich schon stundenlang erfolglos gejagt hatte. Das Problem war sogar absolut simpel gewesen – ein nicht initialisierter Zeiger, der aber nur zur Wirkung kam, wenn er zufällig ganz falsch lag.

Solche Fehler kann man aber in 10000 Zeilen Code lange suchen. Ohne Debugger vor allem, und der Cygwin-Debugger ist dauernd abgeschmiert. Heute hab ich dann gelernt: Einfach den mingw-Debugger für mingw-Programme nehmen. Dann klappts auch mit der Fehlersuche.

15. September 2008

Territorialkämpfe im Kellerspeicher

Abgelegt unter: Diplomarbeit, RechnerSteve um 21:01

Meine derzeitige Hauptbeschäftigung ist meine Diplomarbeit. Das ist auf der einen Seite natürlich echt toll – man klotzt, statt wie sonst zu kleckern – aber auf der anderen Seite können kleine Frustrationen um so mehr durchschlagen.

Zu diesen kleinen Frustrationen gehört wohl auch, dass man sich mit dem Pfusch anderer Menschen herumschlagen darf. So zum Beispiel mit dem "Software Development Kit" von Andor, das eine Schnittstelle zu den wissenschaftlichen Kameras dieser Firma herstellt – und so voll von Fehlern ist, dass kaum weiß, worüber man zuerst weinen soll.

Ich hab jetzt jedenfalls drei oder vier Tage damit verdaddelt, einen Weg zu finden, den Stack meines Programms vor der Schreibgeilheit dieser Funktionen zu schützen. Schreibgeilheit hört sich vielleicht schlimm an, ist aber das einzige Wort, mit dem ich das Verhalten beschreiben kann, das dort an den Tag gelegt wird: Diese Funktionen schreiben nämlich fröhlich und glücklich Werte in die Nähe des Basisregisters der aufrufenden Funktion und überschreiben damit gern mal deren lokale Variablen und sogar den eigenen Rückgabewert, wenn der unglücklich liegt. Krankerweise stimmt die Adresse der Kellerspeicherspitze hinterher wieder – nur liegt ihre Umgebung in Trümmern. Tja, und der einzige Weg, sich davor zu schützen, sind großzügig dimensionierte ungenutzte Arrays auf dem Stack.

Na ja, so brauche ich wenigstens nicht von der freien Wirtschaft zu träumen, denn deren ärgste Hacks habe ich ja auf dem Schreibtisch. Doch ich werde jeden lynchen, der nochmal Physiker an C-Compiler lässt.

14. Mai 2008

Texte des Gutenberg-DE-Projekts automatisch zusammensammeln

Abgelegt unter: RechnerSteve um 18:04

Jeder Nutzer des Gutenberg-DE-Projekts kennt deren schreckliche Regelungen, Texte nur kapitelweise auszugeben. Da ich diese gerne auf meinem E-Book-Reader lese und dazu vorher durch LaTeX jage, ist es aber sehr vorteilhaft, den Text als Ganzes und ohne die Werbung formatieren zu können.

Deshalb habe ich ein kleines Skript geschrieben, dass die relevanten Seiten abruft, den Text extrahiert und konkateniert, also zusammenfügt. Viel Spaß damit, es steht euch zur freien Verfügung. Bitte beachtet trotzdem die Lizenzbedingungen des Gutenberg-DE-Projektes.

23. März 2008

Backup heute: Festplatten

Abgelegt unter: RechnerSteve um 19:01

Zähle einmal drei Dinge auf, die Du aus deiner brennenden Wohnung retten würdest, wenn Du Zeit dazu und nur Zeit für diese drei hättest? Bei vielen Menschen wäre die Festplatte oder der Laptop ganz oben mit dabei. Und wenn die Festplatte des Computers mal kaputt geht oder die Spezialeinheit sich bei der Hausdurchsuchung in der Tür geirrt hat, dann ist Polen offen, dann ist der materielle Verlust meist das kleinste Problem. Schlimmer ist der Verlust wochenlanger Arbeit und ungezählter Erinnerungen.

Das muss heutzutage nicht mehr sein. Backups sind spottbillig, gehen schnell und fassen viele Daten -- und zwar nicht mehr oder nur sehr selten mit CD-ROMs oder DVDs, nein, Festplatten sind leichter zu handhaben, flotter und fassen um den Faktor 100 mehr Daten. Um das vorzuführen und ein bisschen anzuregen, stelle ich hier mein Backup-Schema kurz vor, gleich mit den entsprechenden Debian-Paketen:

  • Täglich werden meine wichtigsten Daten (Bankaccounts, E-Mails, Terminkalender) in Texas gesichert. Das mache ich ganz einfach, indem ich mit sshfs mein Verzeichnis beim Super Dimension Fortress mounte und dann mit rsync die Daten abgleiche.
  • Wöchentlich speichere ich mein komplettes Homeverzeichnis und die Konfiguration des Betriebssystems auf meiner externen Platte. Dafür kann ich jedem nur backup2l ans Herz legen, dass diesen Prozess komplett automatisiert. Und da das gegen einen Wohnungsbrand oder eine strategisch günstig platzierte Ladung Bier oder Blitzeinschlag kaum hilft, wird das Backup auch gleich auf eine Festplatte gespielt, die in den Fachschaftsrechner eingebaut ist.
  • Jährlich kommen meine E-Mails und der Kalender ins Jahresarchiv, das im regulären Backup und auf CD landet.

6. März 2008

SDF-Kultur

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Erschreckend: Ich las gerade im SDF-Blackboard tatsächlich eine Diskussion, in der sich die Nutzer der altgedienten Textverarbeitungen vi und emacs wieder an den Kragen gingen. Ein wenig versöhnend: Wenigstens wars im Humorbereich.

In solchen Momenten glaube ich, zu wissen, wie Religionen entstehen konnten. Ja, hätte sich UNIX im Massenmarkt durchgesetzt, dann gäbe wohl heute eine Kirche des emacs, die versuchen würde, ihren minderwertigen Editor doch noch durchzudrücken. Sowas wie die Katholiken, nur militanter.

KDE-Schmarrn I: Free-Busy-Files finden

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Ich hab mich gerade zwei Stunden mit der KDE-PIM (also den Programmen für Selbstmanagment, wie Adressbuch, Kalender, Notizen und so) auseinandergesetzt. Und es funktionierte und funktionierte nicht, Scheiß kam zu Scheiß.

Meine Verwunderung wuchs und wuchs – bis ich auf die Idee kam, mal den relevanten Code zu lesen. Und bei Gott, so eine kolossal kranke Idee hab ich noch selten gesehen. Aber von vorn: Free-Busy-Files sind Dateien, die irgendwo im Internet hochgeladen werden und die man sich runterladen kann, um nachzuschauen, wann eine bestimmte Person Zeit oder keine Zeit hat. Nix weiter, einfach so eine kleine Datei, die die wichtigsten relevanten Programme dann lesen, um die Planung von Meetings zu vereinfachen. Die URL von so einer Datei schreibt man dann in seine elektronische Visitenkarte, und alle können mit einem Knopfdruck nachgucken, zu welcher Zeit man garantiert keine Zeit hat.

So weit, so einfach. Wie macht KDE das jetzt? Viel besser. KDE speichert die Information, wo diese Free-Busy-Datei liegt, einfach in einer Tabelle im Kalenderprogramm, in der Wertepaare aus E-Mail-Adresse und URL für die Datei abgelegt werden. Diese Tabelle wird lokal auf dem Rechner gespeichert, aber die Daten dazu werden mit allen anderen Adressdaten angezeigt, die alle auf einem IMAP-Server oder im LDAP liegen können.

Will man einen Termin mit einer Person planen, nimmt man eine von deren E-Mail-Adressen, der KOrganizer guckt dann in seiner Tabelle nach, ob es dazu einen Eintrag gibt, guckt dann nach, ob es zu der primären E-Mail-Adresse von der entsprechenden Person einen Eintrag gibt, und nimmt als Notnagel dann den Benutzerteil von der E-Mail-Adresse, um unter einer konfigurierten URL die Datei "$BENUTZER.ifb" zu suchen, aber nur, wenn die Domain der E-Mail ein Suffix der Domain dieses Pfades oder umgekehrt ist.

Dieses gesamte Verhalten ist natürlich undokumentiert. Die Bugs, die dadurch auftreten, sind wohl offensichtlich: Das FBURL-Feld des Adressbuches ändert sich immer, wenn man die Mailadresse ändert und wird nicht synchronisiert. Free-Busy-Lists mit zentraler URL funktionieren nur dann wirklich, wenn alle eventuellen Nutzer mit der "richtigen" E-Mail-Adresse angeschrieben werden. Und der Cache macht Testen zur Hölle.

Und wieso der Spass? Weil die Kolab-Deppen, die das implementiert haben, nicht an die kabc-Lib wollten, um einen Patch zu sparen.

Das KDE-Personal-Information-Managment

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Ich habe ja schon seit längerem (und jetzt durch das Handy wieder aktuell) nach vernünftiger Software für ein Adressbuch und einen elektronischen Kalender gesucht. Und, man mag es kaum glauben, doch das ist was, dass das KDE-Team richtig hinbekommen hat.

kontact ist eine Anwendungssammlung mit gemeinsamem Frontend, die die meisten Probleme einfach und fertig löst. Gut, die GUI hat so manche Schwäche, aber hey, es sind grafische Anwendung, da erwartet man nix anderes.

Und das Schönste: Ist es noch nicht fertig gelöst, dann nimmt man sich schnell die gut dokumentierte API der zugrundeliegenden Klassen und schreibt sich's selber.

Ehrlicher Spam

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Hello, excuse me if im disturbing you. I have a problem and i appealing for your help and confess i am asking for monay that to clear a half year rent debt. I owe it to apartment owner but cannot clear it myself. Actually i have nothing to give in return, i cant help even myself now, but if you want, I can be icq friend and will share with you what life is like in my country. If you can help, let me know.

Ist es nicht schön, wenn Menschen ehrlich sind? Na ja, bestimmt ehrlich bis auf den Teil mit dem „Freund” und dem Teilen.

/usr/lib/yaird/run_exec: opening console: no such file or directory

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

I've just finished migrating my system to a new hard disk, and boy, it has been a real pain in the ass. A truly horrifing, six hour fight with boot loaders and yaird. For the most part, I've been encountering the above error message:

/usr/lib/yaird/run_exec: opening console: no such file or directory

To all you hackers out there: Contrary to intuition, this message (received just after / was mounted) does not necessarily imply there is anything wrong with the initial ramdisk. In my case, the initrd was fine – but I didn't know that udev can't create /dev/console or /dev/null, thus you have to pre-make them on your root partition (see mknod).

23. Januar 2007

Das Super Dimension Fortress

Abgelegt unter: Rechner, — Steve um 23:14

Manchmal macht es einem fast Angst, wie viele Parallelen Literatur zum eigenen Leben aufweist – und vor allem, wie oft fiktionale Literatur das tut. Ihr wisst schon, fiktional, dieses Gegenteil von real.

Vor nicht langer Zeit habe ich, nach vielen Hinweisen aus dem Bekanntenkreis und einem netten Geschenks Maiks, den ersten Teil von Otherland gelesen, einem Post-Cyberpunk-Epos über eine Welt, in der die virtuelle Realität physische Realität geworden ist und ihren Platz in der Gesellschaft erobert.

Einer der Schauplätze dieser Geschichte ist TreeHouse. TreeHouse, das ist ein virtuelles Baumhaus, das Refugium der verlorenen Jungs im Internet: Der Platz im verkommerzialisierten Internet, an dem sich Idealisten treffen und ihr Leben jenseits des Konsums leben können. Ein Platz für Hacker und für Künstler, für Kinder und für Alte, für Denker und für Träumer. Ein Platz, der in die Zukunft weist.

Fast zeitgleich mit dem Lesen des Buches, und hier kommen wir wieder in mein eigenes Leben und die unheimliche Verbindung, habe ich mich um Aufnahme in das Super Dimension Fortress beworben. Was ist das denn? Nun, es ist im Grunde das gleiche wie TreeHouse: Ein sozialer Platz des Internets. Ein Computersystem, auf das sich Menschen aus aller Welt einloggen und mehr aus dem Internet machen als einen etwas interaktiveren Quelle-Katalog.

Auch, wenn es zwei Wochen gedauert hat: Wie ihr an der bloßen Existenz dieser Website seht, bin ich jetzt ein Mitglied im Super Dimension Fortress, und zwar auf Lebenszeit. Das System ist einfach nur zutiefst beeindruckend. Zehn Rechner mit mindestens 3.000 Nutzern, ein eigenes Chat- und Nachrichtensystem[1], und eine Geschichte, bei der einem schwindlig wird. Das Ding ist einfach riesig. Also, ich meine, UNIX hat mich schon lange fasziniert, aber hier sieht man erst, was dieses System leisten kann. 500 Nutzer gleichzeitig eingeloggt – und sie tratschen, quatschen, spielen hunt und netris[2], helfen sich, streiten sich, programmieren gemeinsam oder machen Musik. Und haben so etwas wie eine eigene Stadt erschaffen: Ein Casablanca des Internets.

Ich kann noch gar nicht richtig glauben, dass bild.de und sdf.lonestar.org Teile des gleichen Netzes sind. Was ich aber angesichts solcher Wunder glauben kann, ist, dass in diesem kleinen Werkzeug namens Internet ein Potential steckt, eine Zukunft steckt, die Sprengstoff in sich trägt. Die eine kleine Gesellschaft in sich trägt. Der Buchdruck hat die Kirche umgebracht und den Burgeois and die Spitze der Gesellschaft gespült – ich sage, das Internet, der große Informationsverbreiter, wird den Burgeois wieder wegspülen. Denn der Burgeois als Klasse kontrollierte mit Druckmaschine und Kamera über Jahrhunderte die Informatonsverbreitung, und mit der Herrschaft über die Information kam die Macht, das hat uns Orwell hinreichend vor Augen geführt. Und deshalb nimmt andere Informationsverbreitung die Macht wieder. Information macht Bewusstsein, Bewusstsein schafft Realität, und Kontrolle über Realität ist Macht.

Es ist kein Zufall, dass das Blogging im SDF entstanden ist: Hier werden wir Zukunft erleben. Hoffe ich doch.

[1] Also, wirklich ein eigenes. Nicht ein eigenes IRC, sondern COM, das meines Wissens nur dort existiert.

[2] Spiele, die an anderen Orten wohl nie bekannt geworden sind

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