Pnyxomancer
Rechner

15. September 2008

Territorialkämpfe im Kellerspeicher

Abgelegt unter: Diplomarbeit, RechnerSteve um 21:01

Mei­ne der­zei­ti­ge Hauptbe­schäfti­gung ist mei­ne Di­plomarbeit. Das ist auf der einen Sei­te na­tür­lich echt toll – man klotzt, statt wie sonst zu kle­ckern – aber auf der an­de­ren Sei­te kön­nen klei­ne Fru­s­tra­tio­nen um so mehr du­rchschla­gen.

Zu diesen klei­nen Fru­s­tra­tio­nen gehört wohl auch, dass man sich mit dem Pfusch an­de­rer Men­schen her­umschla­gen darf. So zum Bei­spiel mit dem "Soft­wa­re De­ve­lop­ment Kit" von An­dor, das ei­ne Schnitt­ste­lle zu den wissen­schaft­li­chen Ka­me­ras die­ser Fir­ma her­ste­llt – und so voll von Feh­lern ist, dass kaum weiß, worüber man zu­erst wei­nen soll.

Ich hab jetzt je­den­fal­ls drei oder vier Ta­ge damit verdaddelt, einen Weg zu fin­den, den Stack mei­nes Pro­gramms vor der Sch­reibgeil­heit die­ser Funk­tio­nen zu schüt­zen. Sch­reibgeil­heit hört sich vie­lleicht schlimm an, ist aber das ein­zi­ge Wort, mit dem ich das Verhal­ten be­schreiben kann, das dort an den Tag ge­legt wird: Die­se Funk­tio­nen schreiben nämlich fröh­lich und glück­lich Wer­te in die Nä­he des Ba­sis­re­gi­s­ters der aufru­fen­den Funk­ti­on und über­schreiben damit ge­rn mal de­ren lo­ka­le Va­riablen und so­gar den ei­ge­nen Rück­gabewert, wenn der unglück­lich liegt. Kran­ker­wei­se stimmt die Adresse der Ke­ller­spei­cher­spitze hin­ter­her wie­der – nur liegt ih­re Umgebung in Trümmern. Tja, und der ein­zi­ge Weg, sich davor zu schüt­zen, sind groß­zü­gig di­men­sio­nier­te un­ge­nutzte Ar­rays auf dem Stack.

Na ja, so brau­che ich we­nigs­tens nicht von der frei­en Wirt­schaft zu träu­men, denn de­ren ärgs­te Hacks habe ich ja auf dem Sch­reibtisch. Doch ich wer­de je­den lyn­chen, der noch­mal Phy­siker an C-Compi­ler lässt.

14. Mai 2008

Texte des Gutenberg-DE-Projekts automatisch zusammensammeln

Abgelegt unter: RechnerSteve um 18:04

Je­der Nut­zer des Gu­tenberg-DE-Pro­jekts ken­nt de­ren schreck­li­che Re­ge­lun­gen, Tex­te nur ka­pi­telwei­se aus­zu­geben. Da ich die­se ge­rne auf mei­nem E-Book-Rea­der le­se und dazu vor­her du­rch LaTeX ja­ge, ist es aber sehr vor­teilh­aft, den Text als Gan­zes und oh­ne die Werbung for­ma­tie­ren zu kön­nen.

Desh­alb habe ich ein klei­nes Skript ge­schrieben, dass die re­le­van­ten Sei­ten abruft, den Text ex­tra­hiert und kon­ka­te­niert, al­so zu­sammen­fügt. Viel Spaß damit, es ste­ht euch zur frei­en Ver­fü­gung. Bitte beach­tet trotzdem die Li­zenzbedin­gun­gen des Gu­tenberg-DE-Pro­jek­tes.

23. März 2008

Backup heute: Festplatten

Abgelegt unter: RechnerSteve um 19:01

Zäh­le ein­mal drei Din­ge auf, die Du aus dei­ner bren­nen­den Woh­nung retten wür­dest, wenn Du Zeit dazu und nur Zeit für die­se drei hät­test? Bei vie­len Men­schen wä­re die Festplatte oder der La­ptop ganz oben mit dabei. Und wenn die Festplatte des Compu­ters mal ka­putt ge­ht oder die Spe­zi­al­ein­heit sich bei der Haus­du­rch­su­chung in der Tür ge­irrt hat, dann ist Po­len offen, dann ist der ma­te­ri­e­lle Ver­lust meist das klein­s­te Problem. Sch­limmer ist der Ver­lust wo­chen­lan­ger Arbeit und un­ge­zähl­ter Erin­ne­run­gen.

Das muss heut­zu­ta­ge nicht mehr sein. Bac­kups sind spottbil­lig, ge­hen schne­ll und fassen vie­le Da­ten -- und zwar nicht mehr oder nur sehr selten mit CD-ROMs oder DVDs, nein, Festplatten sind leich­ter zu handh­aben, flot­ter und fassen um den Fak­tor 100 mehr Da­ten. Um das vor­zu­füh­ren und ein bis­schen an­zu­re­gen, ste­lle ich hier mein Bac­kup-Sche­ma ku­rz vor, gleich mit den entspre­chen­den De­bi­an-Pa­ke­ten:

  • Täglich wer­den mei­ne wich­tigs­ten Da­ten (Ban­kac­counts, E-Mails, Ter­mi­nka­len­der) in Texas ge­si­chert. Das ma­che ich ganz ein­fach, in­dem ich mit sshfs mein Ver­zeich­nis beim Su­per Di­men­si­on For­tress moun­te und dann mit rsync die Da­ten abglei­che.
  • Wö­chentlich spei­che­re ich mein komplettes Ho­me­ver­zeich­nis und die Kon­fi­gu­ra­ti­on des Be­triebs­sy­s­tems auf mei­ner ex­ter­nen Platte. Da­für kann ich je­dem nur bac­kup2l ans Herz le­gen, dass diesen Pro­zess komplett au­to­ma­ti­siert. Und da das ge­gen einen Woh­nungsbrand oder ei­ne stra­te­gisch gün­s­tig platzier­te La­dung Bier oder Blitzein­schlag kaum hilft, wird das Bac­kup auch gleich auf ei­ne Festplatte ge­spielt, die in den Fachschafts­rech­ner ein­ge­baut ist.
  • Jähr­lich kommen mei­ne E-Mails und der Ka­len­der ins Jah­resar­chiv, das im re­gulä­ren Bac­kup und auf CD lan­det.

6. März 2008

Ehrlicher Spam

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Hel­lo, ex­cuse me if im dis­turb­ing you. I have a prob­lem and i ap­peal­ing for your help and con­fess i am ask­ing for mon­ay that to clear a half year rent debt. I owe it to apart­ment own­er but can­not clear it my­self. Ac­tu­al­ly i have noth­ing to give in re­turn, i cant help even my­self now, but if you want, I can be icq friend and will share with you what life is like in my coun­try. If you can help, let me know.

Ist es nicht schön, wenn Men­schen ehr­lich sind? Na ja, be­stimmt ehr­lich bis auf den Teil mit dem „Freund” und dem Tei­len.

SDF-Kultur

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Er­schre­ckend: Ich las ge­ra­de im SDF-Black­board tatsäch­lich ei­ne Dis­kus­si­on, in der sich die Nut­zer der alt­ge­dien­ten Text­ver­arbei­tun­gen vi und emacs wie­der an den Kra­gen gin­gen. Ein we­nig ver­söh­nend: We­nigs­tens wars im Hu­morber­eich.

In sol­chen Mo­men­ten glaube ich, zu wissen, wie Re­li­gio­nen entste­hen kon­nten. Ja, hät­te sich UNIX im Massen­markt du­rch­ge­setzt, dann gäbe wohl heu­te ei­ne Kir­che des emacs, die ver­su­chen wür­de, ih­ren mi­nder­wer­ti­gen Editor doch noch du­rch­zu­drü­cken. So­was wie die Ka­tho­li­ken, nur mi­li­tan­ter.

Das KDE-Personal-Information-Managment

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Ich habe ja schon seit län­ge­rem (und jetzt du­rch das Han­dy wie­der ak­tu­e­ll) nach ver­nünfti­ger Soft­wa­re für ein Adressbuch und einen elek­tro­ni­schen Ka­len­der ge­sucht. Und, man mag es kaum glauben, doch das ist was, dass das KDE-Te­am rich­tig hinbekommen hat.

kon­tact ist ei­ne An­wen­dungs­sammlung mit ge­mein­sa­mem Fron­tend, die die mei­s­ten Proble­me ein­fach und fer­tig löst. Gut, die GUI hat so man­che Sch­wä­che, aber hey, es sind gra­fi­sche An­wen­dung, da er­war­tet man nix an­de­res.

Und das Schön­s­te: Ist es noch nicht fer­tig ge­löst, dann nimmt man sich schne­ll die gut doku­men­tier­te API der zu­grun­de­lie­gen­den Klassen und schreibt sich's selber.

/usr/lib/yaird/run_exec: opening console: no such file or directory

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

I've just fin­ished mi­grat­ing my sys­tem to a new hard disk, and boy, it has been a re­al pain in the ass. A tru­ly hor­rif­ing, six hour fight with boot load­ers and yaird. For the most part, I've been en­coun­ter­ing the above er­ror mes­sage:

/usr/lib/yaird/run_ex­ec: open­ing con­sole: no such file or di­rec­to­ry

To all you hack­ers out there: Con­trary to in­tu­ition, this mes­sage (re­ceived just af­ter / was mount­ed) does not nec­es­sar­i­ly im­ply there is any­thing wrong with the ini­tial ramdisk. In my case, the ini­trd was fine – but I didn't know that udev can't cre­ate /dev/con­sole or /dev/null, thus you have to pre-make them on your root par­ti­tion (see mkn­od).

KDE-Schmarrn I: Free-Busy-Files finden

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Ich hab mich ge­ra­de zwei Stun­den mit der KDE-PIM (al­so den Pro­grammen für Selbstma­nagment, wie Adressbuch, Ka­len­der, No­ti­zen und so) aus­ein­an­der­ge­setzt. Und es funk­tio­nier­te und funk­tio­nier­te nicht, Scheiß kam zu Scheiß.

Mei­ne Ver­wun­de­rung wuchs und wuchs – bis ich auf die Idee kam, mal den re­le­van­ten Co­de zu lesen. Und bei Gott, so ei­ne ko­los­sal kran­ke Idee hab ich noch selten ge­se­hen. Aber von vorn: Free-Bu­sy-Fi­les sind Da­tei­en, die ir­gendwo im In­ter­net hochgela­den wer­den und die man sich run­ter­la­den kann, um nach­zu­schau­en, wann ei­ne be­stimmte Per­son Zeit oder kei­ne Zeit hat. Nix wei­ter, ein­fach so ei­ne klei­ne Da­tei, die die wich­tigs­ten re­le­van­ten Pro­gramme dann lesen, um die Pla­nung von Mee­tings zu ver­ein­fa­chen. Die URL von so ei­ner Da­tei schreibt man dann in sei­ne elek­tro­ni­sche Vi­si­ten­kar­te, und al­le kön­nen mit ei­nem Knopfdruck nach­gu­cken, zu welcher Zeit man ga­ran­tiert kei­ne Zeit hat.

So weit, so ein­fach. Wie macht KDE das jetzt? Viel besser. KDE spei­chert die In­for­ma­ti­on, wo die­se Free-Bu­sy-Da­tei liegt, ein­fach in ei­ner Tabelle im Ka­len­der­pro­gramm, in der Wer­te­paa­re aus E-Mail-Adresse und URL für die Da­tei abgelegt wer­den. Die­se Tabelle wird lo­kal auf dem Rech­ner ge­spei­chert, aber die Da­ten dazu wer­den mit al­len an­de­ren Adressdaten an­ge­zeigt, die al­le auf ei­nem IMAP-Ser­ver oder im LDAP lie­gen kön­nen.

Will man einen Ter­min mit ei­ner Per­son pla­nen, nimmt man ei­ne von de­ren E-Mail-Adressen, der KOr­ga­ni­zer guckt dann in sei­ner Tabelle nach, ob es dazu einen Ein­trag gibt, guckt dann nach, ob es zu der pri­mä­ren E-Mail-Adresse von der entspre­chen­den Per­son einen Ein­trag gibt, und nimmt als Not­na­gel dann den Be­nut­zer­teil von der E-Mail-Adresse, um un­ter ei­ner kon­fi­gu­rier­ten URL die Da­tei "$BENUTZER.ifb" zu su­chen, aber nur, wenn die Do­main der E-Mail ein Suffix der Do­main die­ses Pfa­des oder umge­kehrt ist.

Die­ses ge­sa­mte Verhal­ten ist na­tür­lich un­doku­men­tiert. Die Bugs, die dadu­rch auftre­ten, sind wohl offen­sicht­lich: Das FBURL-Feld des Adressbu­ches än­dert sich immer, wenn man die Mail­adresse än­dert und wird nicht syn­ch­ro­ni­siert. Free-Bu­sy-Lists mit zentra­ler URL funk­tio­nie­ren nur dann wirk­lich, wenn al­le even­tu­e­llen Nut­zer mit der "rich­ti­gen" E-Mail-Adresse an­ge­schrieben wer­den. Und der Ca­che macht Te­sten zur Höl­le.

Und wie­so der Spass? Weil die Ko­lab-Dep­pen, die das imple­men­tiert haben, nicht an die kabc-Lib wol­lten, um einen Pa­tch zu spa­ren.

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