Pnyxomancer

6. März 2008

Die Lagerkrieger mal wieder

Abgelegt unter: PolitikSteve um 01:15

Der Leitar­ti­kel der mor­gi­gen taz bezie­ht sich – mal wie­der – auf das bedin­gungs­lo­se Gr­undein­kommen. Ihr er­in­nert euch vie­lleicht: Das Gr­undein­kommen ist das Kon­zept, statt ei­ner My­ria­de so­zia­ler Be­zu­schus­sun­gen wie Ren­te, Arbeits­losengeld, So­zi­al­hil­fe, Kin­der­geld, BaFöG und Wohn­geld ein­fach al­len Bür­ge­rn Geld zum Leben zu geben. Ar­gu­men­te dafür gibt es ge­nug, und so haben die Basen al­ler Par­tei­en sich die­se For­de­rung schon lan­ge zu ei­gen ge­macht.

Und offen ge­sagt: Das Mo­de­ll, an dem zur Zeit rumge­dok­tort wird, hat ein­fach den Kon­takt zur Ge­se­llschaft ver­lo­ren. Es wurde ge­macht für ein Volk, dessen Groß­teil entwe­der in der Fabrik schuftet oder vom Staat verbea­mtet wurde, sprich, über lan­ge Jah­re ein re­gelmäßi­ges Ein­kommen aus ei­ner fe­sten An­ste­llung bezie­ht. Es wurde ge­macht für ei­ne Wirt­schaft, der ei­ne Hor­de von Ho­no­rar­kräften, ei­ne Ge­ne­ra­ti­on Prak­ti­kum und arbei­ten­de Frau­en fremd wa­ren. Mit al­lem an­de­ren kommt die­ser Staat ein­fach nicht klar. Wo ist denn die Prak­ti­kan­tenbei­hil­fe? Nicht in Sicht. Statdessen über­legte der Pe­ti­ti­ons­aus­schuss heu­te mittag, wie er die Prak­ti­kan­ten bestmöglich in das Ra­s­ter presst – sprich, in re­gulä­re Be­schäfti­gungs­ver­hält­nis­se.

Aus diesen und an­de­ren Über­le­gun­gen her­aus war das Gr­undein­kommen in taz-Kreisen immer hoch an­ge­se­hen. Und jetzt kommt ein wei­te­rer Mensch der Ge­gen­sei­te und sagt ganz un­verblü­mt: „Tol­le Sa­che!” Je­der ver­nünfti­ge Mensch wür­de jetzt antwor­ten: „Schön. Ich se­he wir sind uns ei­nig. Jetzt han­deln wir!” Aber, aber doch nicht die taz und de­ren Mi­lieu, die ehe­mals al­ter­na­ti­ve Be­we­gung sa­mt po­li­ti­schem Arm, den Grü­nen. Men­schen, die ge­nau deswe­gen po­li­tisch sind, weil es ei­ne Ge­le­gen­heit bie­tet, sich zu pro­fi­lie­ren. Da braucht die Po­si­ti­on noch nicht mal in sich kon­se­quent sein [1]. Und dann son­nen sich die­se Lehn­stuhl­re­vo­luzzer in ih­rem Da­ge­gen­sein und ar­ran­gie­ren sich an­schließend mit die­sem schreck­li­chen, aber an­geblich nicht än­der­ba­ren Sy­s­tem.

Die Link­s­par­tei mag aus Funk­tionä­ren und Be­triebs­rats­bon­zen be­ste­hen, aber so ver­lo­gen wie die­ser Hau­fen kann ei­ne Par­tei, die den Mumm zum Sin­gen der In­ter­na­tio­na­len hat, gar nicht sein. Die Fra­ge, bei welcher der bei­den lin­ken Par­tei­en ich im Zwei­fel ste­he,habe ich die­ser Ta­ge entschie­den.

[1] CO2-Ausstoß sen­ken wol­len und gleich­zei­tig Atomkraft­wer­ke dich­tma­chen

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