Pnyxomancer

23. April 2008

Machtlosigkeit

Abgelegt unter: PolitikSteve um 23:34

Manche wissen ja, dass ich zusammen mit Madis und Katja die Studenten in der Fakultätskonferenz, dem höchsten Gremium der TechFak (der Fakultät für Informatiker und Biotechnologen) an der hiesigen Uni, vertrete.

Heute ging es daran, den letzten der drei Professoren für den Exzellenzcluster zu berufen, den die Fakultät neulich bekommen hat. Bei Gott, ich kann euch sagen: Es ist verdammt schwer, gute Professoren zu finden. Das hat Deutschland aber auch verdient – wer den Weg zum Prof steinig und voller Zweijahresstellen macht, soll sich nicht wundern, dass ihn keiner geht.

Wie dem auch sei, wir saßen also beisammen und überlegten, ob wir den Kandidaten, auf den sich die Berufungskommission mit großen Mühen einigen konnte, auch wirklich berufen sollten. Natürlich haben wir uns auf ihn geeinigt – 6 Stimmen dafür, eine dagegen, drei Enthaltungen. Wir haben uns alle super verstanden und gütlich geeinigt, und die Studenten haben mal wieder verloren.

Und ich habe das Gefühl, schlechter vorbereitet gewesen zu sein, habe das Gefühl, dass wir über den Tisch gezogen wurden. Hat nicht der gleiche Mensch, der uns heute versicherte, die Lehrevaluation dieses Dozenten sei gar nicht so schlecht gewesen, noch vor wenigen Monaten offen gelogen, dass die technische Fakultät die Studiengebühren dringend brauche? Und nur wenige Monate später wussten wir nicht, wohin mit dem Geld. Hat er uns heute wieder so über den Tisch gezogen? Wir werden es wohl bald erfahren, oder auch nicht.

Jeden Tag wieder ist Politik für die Studierendenschaft ein ermüdender Kampf: Die Fakultät hört uns an, macht aber im Zweifel ihr Ding und denkt im Zweifel nicht lang; dem Senat sind die Studenten recht schnuppe, da wird durchgedrückt, was das Rektorat will; und Minister und Bund sind uns gegenüber offen feindlich eingestellt. Dass trotzdem jeden Tag die Fachschaftler und der AStA Großes leisten und das Schlimmste abwenden, beeindruckt mich jeden Tag wieder. Aber zu hoffen, dass die nächsten Jahre nicht so katastrophal für die deutschen Studierenden ausfallen wie die letzten, wage ich nicht.

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