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   <title>Man paddelt nur zweimal</title>
   <category term="tagebuch" scheme="tag:swolter.sdf1.org,2007:" label="Tagebuch"/>

   <content type="xhtml"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
      <p>Für Katja und mich ge­ht es mor­gen früh auf in den 
         Fron­leich­nams­u­rlaub, auf nach Meck­lenburg, auf an
         die Müritz.</p>
      <p>Ich habe dabei ein etwas selt­sa­mes Ge­fühl. Das letzte
         Mal war ich 2005 dort, zu­sammen mit An­dre­as und Er­kan.
         Ei­ne schö­ne Rei­se war das, der Stoff, aus dem Rei­se­fil­me
         sind: Drei Män­ner, ein Boot, ein Ziel. Für mich war es
         ei­ne der letzten Epi­so­den vor der Dubli­ner Zeit.</p>
      <p>Wenn ich mich an damals er­in­ne­re, fäl­lt mir vor al­lem
         ein Wort ein: Zi­ello­sigkeit. Die Fachschaft Tech­nik war
         damals ein ziemlich sterbender Hau­fen, aus dem sich Ak­ti­ver
         für Ak­ti­ver abgeseilt hat und den die Ers­tis ge­mie­den haben;
         mein Stu­di­um ge­stal­te­te sich nach dem Vor­di­plom auch immer
         schlep­pen­der und ziello­ser. Nur ei­ni­ge Wo­chen vor­her war
         Fio­na mei­ner un­ge­schick­ten Avan­cen endlich mü­de ge­wor­den
         und hatte mir endgül­tig er­klärt, mich nicht mehr se­hen zu
         wol­len und mir auch vor­ge­schla­gen, nach Ir­land nicht mehr
         in mei­ne al­te WG zu­rück­zu­keh­ren.</p>
      <p>Es hat sich viel geän­dert seitdem, und es ist noch viel
         mehr Zeit ver­gan­gen. Vie­le Din­ge, die ich in die­ser Zeit
         wol­lte, brauch­ten viel Zeit zur Umsetzung, und oft war
         es mein Feh­ler und mei­ne Schuld, sie nicht vor­an zu treiben.
         Jetzt, vor die­ser näch­sten Rei­se, ste­ht mei­ne Zu­kunft erst
         wie­der so da, wie ich sie will. Die schön­s­te Frau, die ich
         je traf, fährt an mei­ner Sei­te; mein Di­plom ist an­ge­meldet,
         und ich habe fast ein Di­plomarbeits­the­ma; ich woh­ne in ei­ner
         ak­ti­ven WG; und, last but not least, ich ma­che mir kaum
         Sor­gen um die Zu­kunft der Fachschaft.</p>
      <p>Vie­les davon hat Mut ge­ko­s­tet. Ei­nen Mut, die der klei­ne Jungs­tu­dent,
         der damals nach Meck­lenburg fuhr, nicht hatte. Mut, den ich
         mir in den letzten Jah­ren müh­sam aufbau­en musste. Die­ser Aufbau
         hat mich viel Zeit ge­ko­s­tet, wohl in ei­ner ganz an­de­ren Lebens­ph­a­se,
         als das nor­ma­ler­wei­se pas­siert: Aber ich hoffe, ich habe ihn nun
         und bin damit ber­eit für den näch­sten Abschnitt des Lebens. Denn
         der kommt nun mit un­aufh­alt­sa­men Sch­ritten, denn mei­ne Prü­fun­gen
         sind an­ge­meldet und ein Di­plomarbeits­the­ma ste­ht in den 
         Start­lö­chern.</p>
      <p>Aber jetzt muss erstmal etwas Was­ser ver­drängt, ei­ne schö­ne
         Frau glück­lich ge­macht und Son­ne ge­nossen wer­den.</p>
   </div></content>
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