Pnyxomancer

6. März 2008

KDE-Schmarrn I: Free-Busy-Files finden

Abgelegt unter: RechnerSteve um 01:15

Ich hab mich gerade zwei Stunden mit der KDE-PIM (also den Programmen für Selbstmanagment, wie Adressbuch, Kalender, Notizen und so) auseinandergesetzt. Und es funktionierte und funktionierte nicht, Scheiß kam zu Scheiß.

Meine Verwunderung wuchs und wuchs – bis ich auf die Idee kam, mal den relevanten Code zu lesen. Und bei Gott, so eine kolossal kranke Idee hab ich noch selten gesehen. Aber von vorn: Free-Busy-Files sind Dateien, die irgendwo im Internet hochgeladen werden und die man sich runterladen kann, um nachzuschauen, wann eine bestimmte Person Zeit oder keine Zeit hat. Nix weiter, einfach so eine kleine Datei, die die wichtigsten relevanten Programme dann lesen, um die Planung von Meetings zu vereinfachen. Die URL von so einer Datei schreibt man dann in seine elektronische Visitenkarte, und alle können mit einem Knopfdruck nachgucken, zu welcher Zeit man garantiert keine Zeit hat.

So weit, so einfach. Wie macht KDE das jetzt? Viel besser. KDE speichert die Information, wo diese Free-Busy-Datei liegt, einfach in einer Tabelle im Kalenderprogramm, in der Wertepaare aus E-Mail-Adresse und URL für die Datei abgelegt werden. Diese Tabelle wird lokal auf dem Rechner gespeichert, aber die Daten dazu werden mit allen anderen Adressdaten angezeigt, die alle auf einem IMAP-Server oder im LDAP liegen können.

Will man einen Termin mit einer Person planen, nimmt man eine von deren E-Mail-Adressen, der KOrganizer guckt dann in seiner Tabelle nach, ob es dazu einen Eintrag gibt, guckt dann nach, ob es zu der primären E-Mail-Adresse von der entsprechenden Person einen Eintrag gibt, und nimmt als Notnagel dann den Benutzerteil von der E-Mail-Adresse, um unter einer konfigurierten URL die Datei "$BENUTZER.ifb" zu suchen, aber nur, wenn die Domain der E-Mail ein Suffix der Domain dieses Pfades oder umgekehrt ist.

Dieses gesamte Verhalten ist natürlich undokumentiert. Die Bugs, die dadurch auftreten, sind wohl offensichtlich: Das FBURL-Feld des Adressbuches ändert sich immer, wenn man die Mailadresse ändert und wird nicht synchronisiert. Free-Busy-Lists mit zentraler URL funktionieren nur dann wirklich, wenn alle eventuellen Nutzer mit der "richtigen" E-Mail-Adresse angeschrieben werden. Und der Cache macht Testen zur Hölle.

Und wieso der Spass? Weil die Kolab-Deppen, die das implementiert haben, nicht an die kabc-Lib wollten, um einen Patch zu sparen.

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