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   <title>Interrail-Tagebuch: Ostmessinien, 10. August</title>
   <category term="interrail" scheme="tag:swolter.sdf1.org,2007:" label="Interrail"/>

   <content type="xhtml"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
      <p>Ich sitze in ei­nem Hoch­ge­birgsca­fé am Pass zwi­schen Messi­ni­en
         und La­ko­ni­en, im Südwe­sten des Pele­pon­nes. Ge­stern habe ich am
         letzten Gül­tigkeits­tag des Tickets Olympia besich­tigt, bekan­nt
         als der Ur­sprungs­ort der olympi­schen Spie­le und der Platz, an
         dem 1000 Jah­re lang ei­nes der sieben Welt­wun­der stand: Die Zeus­sta­tue
         des Phi­di­as.</p>
      <p>Die Welt­wun­der haben ja einen ewi­gen Klang, auch wenn es
         heu­te nur noch Steinh­au­fen sind. Ich kann mich lei­der nur noch dun­kel
         des ers­ten Welt­wun­ders entsin­nen, das ich sah: Des Ar­te­mi­stempe­ls zu
         Ephe­sos. Die Py­ra­mi­den sind dage­gen noch klar, das ist erst zwei
         Jah­re her (mein Gott, "erst" zwei Jah­re), aber ich schät­ze,
         die Zeus­sta­tue hät­te mir besser ge­fal­len -- al­lein, weil sie nicht
         ganz so prol­lig rüber­kam. An­ge­sichts der Aus­maße der Py­ra­mi­den ist
         das, zu­ge­geben, na­tür­lich nicht schwer, denn einen Steinblock von
         6.250.000.000 Ki­lo­gramm Ge­wicht in die Landschaft zu ste­llen ist wohl
         das Non-Plus-Ul­tra des Sch­wanzverglei­ches.</p>
      <p>Ich bin für heu­te auf dem Weg nach Spar­ta. Habe mich vom Zug nach
         Kala­ma­ta brin­gen lassen und auf ei­ner Mo­le die Nacht verbracht.
         (Her­vor­ra­gen­de Stil­le, der Weg dort­hin ist so glitschig, dass ihn
          des Nachts kein Be­soffe­ner schafft.), bin mit dem Bus 
          ins klei­ne Dorf Ar­te­mi­sia hoch und an­schließend zu Fuß die Ber­ge
          hoch.</p>
      <a href="/interrail/sunp0232.jpg">
         <img src="/interrail/sunp0232_small.jpg" alt="A view from the pass down on Artemisia"/>
      </a>
      <p>Sitze jetzt bei der ers­ten Raststät­te, ge­schätzte 600 Hö­hen­me­ter
         wei­ter, und ge­nieße mei­nen wohl­ver­dien­ten Tee; wer­de den bis­her
         hart erkämpften 10 Ki­lo­me­tern bis zum Einbruch der Dun­kelheit wohl
         noch 5-8 hin­zu­fü­gen, Spar­ta ist noch 25 entfer­nt. Ich bin heu­te
         nicht selten zur Tou­ri­s­te­nattrak­ti­on ge­wor­den und aus den vol­len
         Bussen auf den ein­sa­men Wan­de­rer glotzten. Bis jetzt füh­le ich mich
         außerhalb des Bus­ses trotz vie­ler Ki­lo­me­ter Stei­gung und dickem
         Gepäck pu­delwohl. Iro­nisch, dass ich gra­de noch einen Text von
         Ge­or­ge Or­we­ll las, der ge­nau dies für un­möglich er­klär­te, ge­nau
         die­ses Leben mit statt du­rch Tech­nik – aber vie­lleicht sol­lte
         man mich auf 41 42teln der Rei­se noch ein­mal fra­gen, nicht nach ei­nem
         Drittel.</p>
   </div></content>
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  <author>
    <name>SNNR</name>
  </author>
  <content type="text">
Sag mal, kommentiert überhaupt mal jemand hier? Aber das
hört sich sehr interessant an. :) Wenn ich irgendwann mal Zeit
und KEIN Praktikum haben sollte, kannst du mir ja mal ein paar
Tipps zum Interrailreisen geben. :) www.hospitalityclub.org ist
wie gesagt bisher mein Liebling.  LG

Svenja
</content>
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  <author>
    <name>Thiton</name>
  </author>
  <content type="text">
Nein, eher selten, aber der Zugriffszähler sagt mir, dass sich
weiterschreiben lohnt ;-).

Danke für den Link, hatte schon viel von den Leuten gehört,
aber mich nie anmelden können, weil ich immer den Link
vergaß.

Schönen Gruß, Thiton
</content>
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