Pnyxomancer

8. Juli 2008

De rei scribandi

Abgelegt unter: TagebuchSteve um 22:52

Eigentlich hatte ich diesen Blog ja nicht nur dazu gedacht, Rollenspiel nachzuerzählen. Eigentlich, ja eigentlich, sollte ein Blog ja vor allem ein Weg sein, mit dem Lebensweg eines Menschen, für den man sich interessiert, vertraut zu bleiben. Deshalb will ich allen interessierten Lesern einen kurzen Abriss meiner letzten paar Wochen geben:

Mein Studium neigt sich sehr gefährlich dem Ende zu, und es wird wohl das letzte Semester mit dem Ausweis werden. Montag habe ich die eine der beiden Prüfungen über Experimentalphysik, und am 4.8. die andere über Programmiersprachenübersetzer.

Ich sitze auch schon an der Diplomarbeit, deren Thema Superauflösung mittels optischer Moleküle sein wird: Unsere Arbeitsgruppe kann mit geschicktem An- und Ausschalten sogenannter optisch schaltbarer Moleküle die theoretisch erreichbare Auflösung von Mikroskopen um den Faktor 10 übertreffen. Wir können mit optischem Licht Strukturen sehen, die vorher nur mit riesigem Aufwand durch Elektronenmikroskopen betrachtet werden konnten. Meine Rolle dabei ist, die Berechnung der Bilder zu vereinfachen und vor allem schneller zu machen – denn für die "normalen", schon vorselektierten Ausschnitte von Zellen haben die mit heißer Nadel gestrickten Matlab-Skripte, die bei Physikern üblich sind, Stunden gebraucht. Mein Programm braucht eine Minute.

Gestern haben Katja und ich unser neunmonatiges Beziehungsjubiläum gefeiert. Ich weiß zwar nicht, wie das möglich ist, aber ich liebe sie jeden Tag mehr. Die Zeit fühlt sich noch so unerwartet nah an, als wir uns näher gekommen sind – die Zeit, in der ich morgens aufgewacht bin und erstmal meine Gefühle in den Griff bekommen musste, als ich meinen ganzen Mut zusammen nehmen musste, um in ihrer Nähe nicht durchzudrehen. Ich hoffe ja immer, dass diese Aufregung nicht weg ist – dass ihre Liebe mir nur die Kraft gibt, sie in neue Richtungen zu lenken. Und, so mir das fliegende Spaghettimonster helfe, unsere Liebe und Beziehung dabei nicht zu kurz kommen zu lassen.

Zu den schlechteren Nachrichten: Mein Rechner hat sich verabschiedet, nachdem ich ihm ein neues Netzteil verpasst hatte. Unddankbares Mistding. Na ja, dank guten Backups kann ich jetzt hier wenigstens an einem Knoppix arbeiten, und bis auf die Qwertz-Tastatur und die komische Desktopum- gebung fällt es nicht großartig auf.

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