Pnyxomancer
Diplomarbeit

15. September 2008

Territorialkämpfe im Kellerspeicher

Abgelegt unter: Diplomarbeit, RechnerSteve um 21:01

Mei­ne der­zei­ti­ge Hauptbe­schäfti­gung ist mei­ne Di­plomarbeit. Das ist auf der einen Sei­te na­tür­lich echt toll – man klotzt, statt wie sonst zu kle­ckern – aber auf der an­de­ren Sei­te kön­nen klei­ne Fru­s­tra­tio­nen um so mehr du­rchschla­gen.

Zu diesen klei­nen Fru­s­tra­tio­nen gehört wohl auch, dass man sich mit dem Pfusch an­de­rer Men­schen her­umschla­gen darf. So zum Bei­spiel mit dem "Soft­wa­re De­ve­lop­ment Kit" von An­dor, das ei­ne Schnitt­ste­lle zu den wissen­schaft­li­chen Ka­me­ras die­ser Fir­ma her­ste­llt – und so voll von Feh­lern ist, dass kaum weiß, worüber man zu­erst wei­nen soll.

Ich hab jetzt je­den­fal­ls drei oder vier Ta­ge damit verdaddelt, einen Weg zu fin­den, den Stack mei­nes Pro­gramms vor der Sch­reibgeil­heit die­ser Funk­tio­nen zu schüt­zen. Sch­reibgeil­heit hört sich vie­lleicht schlimm an, ist aber das ein­zi­ge Wort, mit dem ich das Verhal­ten be­schreiben kann, das dort an den Tag ge­legt wird: Die­se Funk­tio­nen schreiben nämlich fröh­lich und glück­lich Wer­te in die Nä­he des Ba­sis­re­gi­s­ters der aufru­fen­den Funk­ti­on und über­schreiben damit ge­rn mal de­ren lo­ka­le Va­riablen und so­gar den ei­ge­nen Rück­gabewert, wenn der unglück­lich liegt. Kran­ker­wei­se stimmt die Adresse der Ke­ller­spei­cher­spitze hin­ter­her wie­der – nur liegt ih­re Umgebung in Trümmern. Tja, und der ein­zi­ge Weg, sich davor zu schüt­zen, sind groß­zü­gig di­men­sio­nier­te un­ge­nutzte Ar­rays auf dem Stack.

Na ja, so brau­che ich we­nigs­tens nicht von der frei­en Wirt­schaft zu träu­men, denn de­ren ärgs­te Hacks habe ich ja auf dem Sch­reibtisch. Doch ich wer­de je­den lyn­chen, der noch­mal Phy­siker an C-Compi­ler lässt.

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